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Österreich (Austria)
"Republik Österreich"
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EINLEITUNG:
Amtlich "Republik Österreich", Staat in Mitteleuropa,
grenzt im Nordwesten an Deutschland, im Nordosten an die Tschechische Republik
und die Slowakische Republik, im Osten an Ungarn, im Süden an Slowenien
und Italien, im Südwesten an die Schweiz und Liechtenstein.
LAND:
Österreich erstreckt sich
von Westen nach Osten zwischen Bodensee und Neusiedler See über rund
570 km. Rund zwei Drittel des Landes liegen in den Ostalpen. Getrennt durch
Längstalzüge gliedern sich die österreichischen Alpen in
drei Großräume: die Nördlichen Kalkalpen mit zahlreichen
Alpenrandseen, ferner die zum Teil vergletscherten Zentralalpen, in denen
die höchste Erhebung des Landes, der Großglockner (3798m über
dem Meeresspiegel), liegt, schließlich die Südalpen, zu denen
u.a. die Karnischen Alpen und Karawanken gehören. Nördlich der
Alpen breitet sich bis zur Donau das Alpenvorland aus mit dem Innviertel
und dem Hausruck. Nach Nordosten erfolgt über das Tullner Becken der
Übergang zum Karpatenvorland mit dem westlichen Teil des Weinviertels.
Im Mühl- und Waldviertel hat Österreich Anteil am Böhmischen
Massiv (im Plöckenstein 1378m über dem Meeresspiegel). Im Osten
liegt das Wiener Becken; in der Grazer Bucht hat Österreich noch Anteil
am Pannonischen Becken. Das Gebiet um den Neusiedler See zählt zum
Kleinen Ungarischen Tiefland. 96% des Landes entwässern zur Donau.
Österreich liegt im Übergangsbereich vom ozeanischen zum kontinentalen
Klima, größtenteils mit vorherrschenden Westwinden und Niederschlägen
bis 1500 mm pro Jahr. Im Alpenbereich herrscht alpines Klima mit Niederschlägen
bis 3000 mm. Im Wiener Becken fallen dagegen nur 500600 mm. Rund 42% der
Landesfläche sind mit Wald bedeckt. Die Waldgrenze liegt bei 15002200m
über dem Meeresspiegel.
BEVÖLKERUNG:
Rund 98% der Österreicher sind
deutschsprachig, daneben gibt es Minderheiten von Kroaten, Slowenen, Ungarn,
Tschechen; Slowenisch und Kroatisch sind zum Teil als zusätzliche
Amtssprachen zugelassen. Die Gebirgsregionen sind dünn besiedelt;
fast 60% der Alpenfläche sind so gut wie unbesiedelt, unterhalb 500m
über dem Meeresspiegel wohnen über 70% der Einwohner; die größte
Bevölkerungsdichte haben Vorarlberg, Oberösterreich und der Ballungsraum
Wien (20% aller Einwohner).
DOPPELMONARCHIE ÖSTERREICH-UNGARN
(18671918):
Der österreichische Ministerpräsident
F.Graf Beust schloss 1867 den Ausgleich mit Ungarn ab. Die Sonderverfassung
Ungarns von 1848 wurde wiederhergestellt. So entstand die Doppelmonarchie
Österreich-Ungarn. Die innere Geschichte Transleithaniens (Ungarn
mit seinen Nebenländern) entwickelte sich fortan selbstständig,
dagegen wurde Zisleithanien (österreichische Reichshälfte) immer
stärker in den Nationalitätenkampf verwickelt. Die deutsche liberale
Verfassungspartei erreichte eine allgemeine Liberalisierung, auch eine
Verbesserung der Finanzlage. Doch widersetzten sich die Tschechen dem deutsch-zentralistischen
System und forderten 1868 die Eigenstaatlichkeit der böhmischen Länder;
den Polen in Galizien musste die polnische Amtssprache zugestanden werden.
Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 blieb Österreich neutral.
Im Inneren versuchte Kaiser Franz JosephI. weiterhin vergeblich, einen
Ausgleich mit Tschechen und Polen zu erreichen; föderalistische Programme
scheiterten auch am Widerstand der Deutschliberalen und der Ungarn. Das
Dreikaiserbündnis (Deutsches Reich, Russland, Österreich-Ungarn)
wurde durch den Widerspruch österreichischer und russischer Interessen
auf dem Balkan erschüttert, doch erreichte Österreich auf dem
Berliner Kongress (1878) die Zustimmung zur Besetzung und Verwaltung der
türkischen Provinz Bosnien und Herzegowina. Mit der Regierungsübernahme
durch E.Graf Taaffe änderte sich die Nationalitätenpolitik; er
erließ Verordnungen über die Doppelsprachigkeit der Behörden
für Böhmen und Mähren (1880), für die slowenischen
Gebiete (1882) und für Österreich-Schlesien (1882); in Prag wurde
1882 eine tschechische Universität errichtet. Doch gelang ihm die
Entspannung nicht auf Dauer; 1893 musste er zurücktreten. Die ohne
Kontakte mit deutschen Parteien gewährten Zugeständnisse von
Ministerpräsident Graf Badeni (189597) an die Tschechen (Wahlrechtsreform,
Sprachverordnungen, 1899 wieder aufgehoben) verschärften den Nationalitätenstreit,
der nun den Gesamtstaat bedrohte. Um 1880 hatte nach Lockerung des Wahlzensus
die Bildung neuer Parteien begonnen: die auf das Kleinbürgertum, später
auf die Bauern gestützte Christlichsoziale Partei unter K.Lueger,
die Sozialdemokratische Partei unter V.Adler, die 1911 in eine deutsche
und eine tschechische Partei zerfiel, die Liberalen, die sich in radikale
(Alldeutsche Vereinigung) und gemäßigte Gruppen aufgliederten.
Bei den ersten allgemeinen, gleichen und direkten Wahlen (1907) zum Reichstag
siegten die Massenparteien: Christlichsoziale Partei, Sozialdemokratische
Partei, deutschnationale Gruppen (u.a. Alldeutsche Vereinigung, seit 1910
Deutscher Nationalverband).
© Bibliographisches
Institut & F. A. Brockhaus AG, 2004

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