|
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg, Bundesland
im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland
Es grenzt im Norden an die Bundesländer
Hessen und Bayern, im Osten an Bayern, im Süden an die Schweiz, im
Westen an das Bundesland Rheinland-Pfalz und an Frankreich. Stuttgart ist
die Landes-Hauptstadt und auch die größte Stadt. Andere wichtige
Städte sind Aalen,
Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Heidelberg, Heilbronn und Ulm.
Baden-Württemberg ist mit
einer Fläche von 35 752 Quadratkilometern, nach Bayern und Niedersachsen,
das drittgrößte deutsche Bundesland.
Im Schwarzwald ist der Feldberg
mit 1 493 Meter, die höchste Erhebung Baden-Württembergs.
Eine markante Stufe stellt die Schwäbische
Alb dar, deren Kalkfelsen maximale Höhen von rund 1 000 Metern erreichen.
Über ihre höchsten Punkte verläuft die europäische
Wasserscheide (unter anderem in Westhausen),
die die Einzugsgebiete von Rhein
(Nordsee) und Donau
(Schwarzes Meer) trennt. Im Osten des Landes liegen das Härtsfeld
bei Westhausen und Ausläufer der
Frankenhöhe.
Die Einwohnerzahl des Bundeslandes
beträgt 10,2 Millionen, die mittlere Bevölkerungsdichte liegt
bei 285 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Die Verfassung Baden-Württembergs
wurde 1953 verabschiedet. Die 128 Abgeordneten des Landtages werden für
fünf Jahre gewählt. Das Bundesland ist in die vier Regierungsbezirke
Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen, in neun kreisfreie Städte
und 35 Landkreise unterteilt. Es gibt 1 111 Gemeinden. Karlsruhe ist Sitz
des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofes.
HOCHSCHULEN:
In Baden-Württemberg gibt es
neun Universitäten (Heidelberg, Freiburg, Tübingen, Konstanz,
Stuttgart, Karlsruhe, Ulm,
Mannheim und Hohenheim), sechs pädagogische Hochschulen (Freiburg,
Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten)
und 29 Fachhochschulen (je eine in Aalen, Biberach, Esslingen, Furtwangen,
Heidelberg, Heilbronn, Isny, Kehl, Konstanz, Ludwigsburg, Nürtingen,
Offenburg, Pforzheim, Schwäbisch Gmünd, Schwetzingen, Sigmaringen,
Ulm,
Villingen-Schwenningen und Weingarten, je zwei in Freiburg, Karlsruhe und
Reutlingen sowie vier in Stuttgart.) Je eine Staatliche Akademie der bildenden
Künste gibt es in Karlsruhe und Stuttgart, je eine Hochschule für
Musik in Freiburg, Karlsruhe und Trossingen, je eine Hochschule für
Kirchenmusik in Heidelberg und Esslingen, eine Hochschule für Musik
und darstellende Kunst in Stuttgart, eine Hochschule für jüdische
Studien in Heidelberg und die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg.
WIRTSCHAFT:
Baden-Württemberg hat den höchsten
Industrialisierungsgrad und die höchste Handwerksdichte aller deutschen
Bundesländer, obwohl hier kaum Bodenschätze – mit Ausnahme von
Kalisalz und Erdöl in der Oberrheinebene – vorkommen.
Das Bundesland ist ein beliebtes
Fremdenverkehrsland. Vor allem der Schwarzwald, der Bodensee und die Städte
und Burgen der Schwäbischen Alb ziehen zahlreiche Touristen an. Mit
über 60 Heilbädern, heilklimatischen Kurorten und Kneippkurorten
ist Baden-Württemberg das Bäderland Deutschlands.
GESCHICHTE:
Die Region war ursprünglich
von Kelten und Sweben besiedelt. Im ersten Jahrhundert n. Chr. wurde sie
von den Römern erobert. Im 3. Jahrhundert fielen die Alemannen ein,
die im 5. Jahrhundert den Franken unterlagen. Vom Mittelalter bis 1952
entwickelten sich die Landesteile Baden und Württemberg unabhängig
voneinander. Während des Mittelalters war das Land zudem in zahlreiche
Grafschaften und Fürstentümer, wie z. B. das Fürstentum
Hohenzollern, die Grafschaft Waldburg und das Fürstentum Fürstenberg,
aufgesplittert.
Nach dem 2. Weltkrieg war Baden
zu einem Drittel von amerikanischen (im Norden) und zu zwei Dritteln von
französischen Truppen (Südbaden) besetzt. Württemberg war
ebenfalls in eine amerikanische (Württemberg-Baden) und eine französische
Besatzungszone (Württemberg-Hohenzollern) geteilt. Die amerikanisch
kontrollierten Teile von Baden und Württemberg wurden aus Verwaltungsgründen
vereint und 1946 zum unabhängigen Land Württemberg-Baden zusammengeschlossen.
Das französisch besetzte Südbaden wurde 1947 ein eigenes Land.
Alle drei Länder wurden 1949 Teile der Bundesrepublik Deutschland.
Nach einer Volksabstimmung entstand 1952 aus den Ländern (Süd-)Baden,
Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern das heutige Bundesland
Baden-Württemberg, obwohl sich die Mehrheit der Bevölkerung Badens
gegen den Zusammenschluss aussprach. Die badischen Politiker forderten
die Wiederherstellung des „alten” Landes Baden („altbadische Lösung”),
mussten sich aber einer Mehrheit in den anderen Abstimmungsgebieten geschlagen
geben, die für den „Südweststaat” Baden-Württemberg stimmte. |